Die Google Street View Debatte

Google Maps und Earth bieten inzwischen, wenigstens in den USA, schon eine Alternative zu Navigationssystemen – und das ganze kostenlos. Doch auch die klassische Routenerstellung bietet Google maps weiterhin an. Den Urlaubsort vor dem Reiseantritt oder den Rest der Welt bei einem Anflug von Fernsucht erkundet man am besten mit Googles Earth und Street View bei dem man schon mal virtuell durch den Urlaubsort flanieren kann. Und sollte einem die Erde zu klein werden, kann google Earth auch den Himmel, Monde und Planeten erklären und abbilden.

Mit Google Maps und Street View kommt jetzt auch die neuste Kritik. Google schneidet private Daten der WLANs mit, sie schnüffeln rum, sie sind doch böse. Aber ist es wirklich böse und falsch was google macht?
Warum google Informationen über die WLANs mitschneidet wird jeder wissen, der schonmal mit einem iPhone der ersten Generation oder einem iPod touch in der Maps Applikation auf den Lokaisierungsbutton gedrückt hat. Ohne GPS findet das iPhone trotzdem die Position, wenn auch nicht so genau. Dies geschieht über den Dienst von Skyhook Wireless, der eben genau auf den Daten von umgebenden WLANs basiert. Das iPhone guckt „wen seh ich“, fragt übers Internet „Kennst Du den? Wo steht der denn?“ und kriegt dann die eigene Position zurück geliefert. Und wenn google eh durch die halbe Welt fährt, kann so ein Datenbestand gut, einfach und effektiv erneuert bzw. im eigenen Haus aufgebaut werden.

Die Daten, die google dabei mitgeschnitten hat, sind die, die jeder WLAN Betreiber verbreitet. Die Netze hören eben nicht an der Wohnungstür auf, sie gehen darüber hinaus und das Daten über das Netz selber dadrüber mitgeteilt werden ist technisch bedingt, wie soll man sich selber sonst in dem Netz anmelden?

Smartphones machen im Grunde nichts anderes, immer wieder poppt beim iPhone ’neues Netzwerk gefunden, soll ich mich verbinden?‘ auf, woher weiß das iPhone denn, dass es ein neues Netz gefunden hat? Weil es, wie google geguckt hat was es so in der Nähe gibt und sagt man dem iPhone (oder jedem anderen Smartphone oder Laptop oder WLAN Gerät) dann, dass man sich mit dem Netzwerk verbinden möchte oder es für immer ignorieren möchte, ja dann werden diese Daten sogar gespeichert…
Google macht also das was jeder von uns täglich macht und was technisch nicht anders funktioniert. Warum also die Kritik an google? Warum habt ihr nicht aufgeschrien als andere Firmen das selbe machten?

Nebenbei hat google noch die Häuser mit einem Laser abgescannt. Hierbei wurden Informationen über die Fassaden gewonnen um daraus 3D Modelle für Google Earth zu erstellen. Ein Raunen ging auch hier durchs Land? Was google einfallen würde so etwas zu machen…
Auf die Frage wo denn die 3D Daten für die neue 3D Navigation im neusten ALDI Navigationsgerät (oder jedem anderen Navi) herkommt war natürlich keine Antwort parat und wie in den 90ern ganz Deutschland auf CD-ROM in 3D zu erwerben war hat sich auch keiner beschwert.
Auch hier ist es wieder öffentlich zugänglich was google abscannt und spätestens, wenn TomTom und Co die ‚echte 3D Ansicht‘ wieder aus der Featureliste streichen ist das Geschrei groß.

Ein Kommentar bei „Die Google Street View Debatte“

  1. Klar, die Debatte wird recht emotional geführt. Was mich stört ist einfach, dass so vehement gegen die Kritiker vorgegangen wird. Für mich fällt auch die Häuserfassade unter die informationelle Selbstbestimmung. Ich sollte selbst entscheiden dürfen, ob und welche Daten von mir im Internet landen. Dazu gehört auch das Aussehen meiner Wohngegend oder die Sicherheitseinrichtungen meines Wohnhauses. Ich bin zwar kein Hausbesitzer, aber ich bin dafür, dass man zumindest gefragt wird, bevor unwiderruflich Bilder von meinem Eigentum im Netz landen. Es sollte einem die Möglichkeit gegeben werden, selbst Verantwortung zu übernehmen.

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