In Deutschland unerwünscht

Offensichtlich bin ich in Deutschland nicht länger erwünscht. Jedenfalls entnehme ich das den Worten Angela Merkels. Sie sagte, so zitiert es der Spiegel, „Wir fühlen uns dem christlichen Menschenbild verbunden, das ist das, was uns ausmacht.“ Wer das nicht akzeptiere, „der ist bei uns fehl am Platz“.
Zwar bin ich getauft und auch konfirmiert worden, aber ich fühle mich nicht als Christ. Die Gründe warum ich noch in der Mitglied in der ev. Kirche bin sind, dass ich 1. bisher noch keine Kirchensteuer zahlen musste und 2. einfach bisher zu faul war auszutreten. Ja ich gebe zu ich hatte immer besseres zu tun, aber ich werde es in Kürze nachholen. Aber das ist ein anderes Thema.


Zurück zum Merkel-Zitat. Merkel spricht von wir. Wer ist mit diesem wir gemeint? Sind es nur die Mitglieder der Unions-Parteien? Dies würde das Zitat nicht so schlimm machen, wie es ist, aber ich glaube es nicht. Vermutlich ist, bei der aktuellen Integrations-Debatte, die deutsche Gesellschaft im Ganzen gemeint ist. Wie ist die deutsche Gesellschaft aufgebaut?
In Deutschland gibt es viele unterschiedliche Religionen. In der Wikipedia ist eine schöne Auflistung, diese ist in der falschen Wikipedia etwas übersichtlicher als in der echten, daher nehme ich die Informationen aus der falschen Wikipedia. Die größten religiösen Gemeinschaften in Deutschland sind die Katholiken (~30%), die Protestanten (~30%) und die Muslime (~4%). Aber halt, eine große Gruppe fehlt, die Konfessionslosen (~34%). Zugegeben, Christen sind die Größte Gruppe, sie erreichen jedoch keine 2/3 Mehrheit. Zieht man die Faulen, wie mich, ab, die es einfach noch nicht geschafft haben aus der Kirche auszutreten, schrumpft der Anteil der Christen zusätzlich. Weiter im Text.

Die nächste Frage ist was mit dem christlichen Menschenbild gemeint ist. Die Vorfälle in den Kirchen-Internaten und Klöstern, die in der letzten Zeit in den Medien waren, zeigen ein sehr interessantes ‚christliches Menschenbild‘. So etwas kann ich auf keinen Fall akzeptieren. Doch vielleicht ist das gar nicht das christliches Menschenbild. Vielleicht sind die Kreuzzüge, die Missionierung und die Hexenverfolgung, die Anhäufung von Reichtum, die Unterdrückung der Frauen in der katholischen Kirche, die Verteufelung Homosexueller, die Verbannung von Kondomen, die Diskriminierung anders denkender in der Arbeitswelt.
Kurz: Die Kirche ist intolerant.

Da stellt sich die Frage kann man diese Intoleranz akzeptieren? Ich meine nein, daraus folgt, dass ich ‚bei uns‘ fehl am Platze bin. Also heißt es auswandern. Wenn also jemand nen Ingenieursjob für mich hat, am besten in einem netten Land mit schönem Wetter, Meer und Strand, einfach nur her mit den Angeboten.

Ein Kommentar bei „In Deutschland unerwünscht“

  1. Hallo Holger,

    danke für diesen Artikel. Er spricht mir aus dem Herzen. Was uns unterscheidet ist, dass ich schon ausgetreten bin. Ingenieur, Mac-Besitzer und (ehemals) evangelisch stimmt 🙂

    Gruß,
    Stefan

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